Mittwoch, 28. Dezember 2016

Mangostane - KLEINE POWERFRUCHT


Diese kleine Pracht aus den Regenwäldern Malaysiens, dessen innere Form an eine Knoblauchzehe erinnert, zeigt sich geschmacklich als unwiderstehlich süß, fruchtig bis herb. Die mandarinenähnliche Anordnung der Frucht ist weich und saftig. Kleine Kerne durchziehen ihr helles, cremiges Fruchtfleisch, die man aber natürlich mitessen kann. In Asien findet die regelrechte Powerfrucht vielerlei Verwendung. So zum Beispiel wird die dicke aber leicht aufzuschneidende Schale für Tees verwendet, welche Gifte aus dem Körper austreiben sollen. Zudem soll die Mangostan-Frucht schmerzhemmende, entzündungshemmende und aufputschende Wirkung besitzen. Bei Darmproblemen, Magenschmerzen, Durchfall, Hautentzündungen, Zahnfleischentzündungen, Schlappheit, Müdigkeit oder auch Fieber ist das zierliche Tropenobst also als Heilpflanze einsetzbar, oder aber natürlich einfach so zu jeder Tages- und Nachtzeit - als eine vitaminreiche Versuchung. Yummi :)


Donnerstag, 1. Dezember 2016

MADAME RED LADY


Darf ich vorstellen? Die Königin der Königinninninninnen. Madame *Red Lady*. Die wohl süßeste und geschmacksexplodierendste Papaya seit dem es Papayas gibt. In Thailand und anderen tropischen Ländern ist sie zu Hause. Die geschmacklich an Aprikosen und Zuckermelonen erinnernde Frucht lebt ein  feuchtfröhliches Leben und wird das ganze Jahr über geerntet. Diese verdammt nahrhafte Leckerei ist witzigerweise ein Obst und ein Gemüse gleichzeitig, denn im unreifen Zustand kann sie als Gemüse verarbeitet werden (z.B. für den typisch thailändischen very spicy papaya salad) oder aber sie zeigt sich als supersüßes Geschmackserlebnis im vollreifen Zustand. Außerdem enthält sie jede Menge Beta-Carotin, sättigende Ballaststoffe, kann Akne heilen, gilt als "Krebsheilpflanze" und fördert auch noch auf sanfte Weise die Verdauung. Was für ein Geschenk der Natür wa? :D

Montag, 28. November 2016

Dritter Stock, nachts in Krabi.



Ein Uhr Nachts in Krabitown. Angekommen. New spot. Der Ventilator treibt den Garküchengeruch im Kreis umher. Zweibettzimmer, dritter Stock, hunderfünfzig Baht, dritter Stock, Buchverleih, Fenster, Spiegel, Wäscheständer, unten ein Gemeinchaftsbad mit Arschdusche, Dusche und Hock-Klo.  Dumpf treibt der Bass der Straße durch die Wände. Motorengeräusche im Sekundentakt. Kraftlose Arme und Beine vom Nichtstuen im Reisebus von Malaysia nach Südthailand. Touristen vergleichen Preise. Fünfzig Baht für sieben Taxi-Kilometer. Zwanzig für weißen Reis ohne alles. Fried Vegetables mit Pilzen, die aussehen wie Oktopusohren. Hä? Ein Hupen. Motorengeräusche. Ein Loch im Moskitonetz. Heutzutage sind Fernreisen nichts besonderes mehr. Vor allem nicht nach Thailand. Für viele ein zweites zu Hause. Und doch ist man überrascht anderen Globetrotter vom selben Fleck der Erde zu begegnen, von dem aus man sich selbst vor Monaten oder Wochen auf den Weg gemacht hat. Mit einem Minirucksack, drei Unterbucksen, einmal langen Wechselklamotten falls man im Winter wieder zurück kehrt in seine graue, frostige Heimat. Kurze Smalltalks in german.  
“Woher kommst du?“ “ Ich bin aus Westfalen.“ “ Oh, cool. Ich komm aus Leipzig.“ “ Aha. Habt ihr schon Geld gewechselt?“. “Oh, ich glaube der Fahrer meinte gerade wir würden jetzt Pause machen, er nickte so.“ “ Jo, ten minutes.“ “Ah, jo. Ok. Boah erst mal raus aus dem Kühlschrank hier. Da vorne sind Toiletten.“  “Chai Chai.“
Während die Sonne unterging, klebte im Bus der Hintern am Sitz und es tröpfelte am Rücken.
Suchend, treibend, latent verloren genießen wir Privilegierten ein Stück Freiheit. Wir Reichen always looking for cheap prize. Doch reich macht uns nicht das Geld von zu Hause. Reich machen uns die Erfahrungen, das Geschenk in ein Slow motion Leben eintauchen zu dürfen. Der Reichtum des Unbekannten, unendlicher Gerüche und Geschmäcker, Dankbarkeit.

Dritter Stock, nachts in Krabi. Regen.

We're an island.



Verbrannte Haut.  Eine andere Welt. Die Augen werden kleiner. Bis sie schließlich Sandkörner werden. Erschöpfung. Geckos schnalzen und läuten die Abendstunde ein. Draußen zirpt es. Mein zu Hause. Draußen ist drinnen und drinnen ist draußen. In Ruhe vergeht die Zeit. Das Salz hat die Haare wieder. Die Wellen jede Pore meines Körpers. Fußsohlen streicheln abertausende Muscheln. Katzen schlendern. Bananen mit Vanillegeschmack. Früchte mit Kaugummigeruch. Kommen wir von hier? Kann ich hier sein? Kann der Kopf aus? Der Ozean atmet. Der Schaum trägt winzige Steine, auch wenn niemand da ist. Auch dann. Wellen streicheln den Verstand. Hier. Hier draußen.Wir sind eine Insel. Überall ist Wasser.

Dienstag, 14. Juni 2016

Erste Hilfe - Reiseapotheke..

;)



Porcupine Tree -  Hatesong
Depeche Mode – Photographic
The Cure – Jumping on someone elses train
R.E.M. – Electrolite
The Smashing Pumpkins – Stitch in time
Käptn Peng und die Tentakel von Delphi – Sockosophie
Kyuss – Whitewater
Siouxsie and the Banshees - Ornaments of Gold
Suede - Heroine
Leftfield - Song of Life
Sevana If you only knew 
Burial – Stolen Dogs
Tame Impala – Elephant
David Bowie - Station to Station
David Bowie - Quicksand
Käptn Peng und die Tentakel von Delphi  - Gelernt
Cigarettes after sex – nothing’s gonna hurt you baby
Jesus and the mary chain – just like honey
The Clash – The guns of Brixton
The Clash – Straight to hell
Soko – Fantastic Planet
Käptn Peng und die Tentakel von Delphi  – Unten
She past away – Ritüel
The Temptations - Papa was a Rolling Stone
Devendra Banhart – Für Hildegard von Bingen
The Department of Eagles – Balmy Night
Ennio Morricone- Chi Mai
Kavinsky – Roadgame
Fleet Foxes - Mykonos
Maria Peszek - Sorry Polsko
Penny and the Quarters  - You and Me
Devendra Banhart – Mi negrita
Grouch – Chameleon
Käptn Peng und die Tentakel von Delphi – Monster
IAMX – Kingdom of Welcome Addiction
Placebo – Passive Aggressive
Dead can Dance – Kiko
Bauhaus – Passion of Lovers
David Bowie - Ashes to Ashes
The Cure – Primary
Neil Young - Cocaine Eyes
Devendra Banhart - Carmensita
The be good tanyas – waiting around to die
The birthday party – the friend catcher
Stuart Warwick - Sailors
Einstürzende Neubauten - Kollaps
Philip Boa and the Voodooclub – Burn all the flags
Porcupine Tree – Anesthetize
The Cure - The hanging Garden
Kool and the Gang - Summer Madness
The birthday party – fears of gun
The Beach Boys - Wouldn't it be nice
Patrick Wolf – The Gypsy King
London after Midnight – Spiders and the fly
IAMX – Fire and Whispers
This Mortal Coil - Song to the Siren
Kavinsky – Nightcall
Faran Ensemble - Dune
Placebo – Purify
Echo and the Bunnymen – Killing moon
The Smashing Pumpkins – Everlasting Gaze
Devendra Banhart – quedate luna
Gojira – Born in winter
Die goldenen Zitronen- Wenn ich ein Turnschuh wäre
The Clash – Lost in the supermarket
The Underground Youth - Hope and Pray
Airhead - Autumn
Air - la femme d'argent
Peter murphy – all night long
Nick cave and the bad seeds –we no who U R
IAMX  - Volatile Times
Hope Sandoval and the warm inventions- wild roses
Felt – Sunlight bathed the golden glow
The Kills- Black Ballon
Joy Division - Disorder
Cleft - Onan's Boulder
Cleft - Me, Sugar
Allah Las - Catalina
Sea and Air – do the animals cry?
The Smashing Pumpkins – Age of Innocence
Kyuss – Space Cadet
Incubus - Agueous transmission
The white rose movement – Love is a number
Specimen - Kiss Kiss Bang Bang
Angelo Branduardi - La Pulca D' Acqua
Boards of Canada - Everything you do is a ballon
Sisters of mercy - Alice
IAMX - Nature of Inviting
IAMX - Think of England
Elvis - Burning Love
Siouxsie and the Banshees - The Killing Jar
Siouxsie and the Banshees . Arabian Nights
Porcupine Tree – Russia On Ice
Jean Michel Jarre- Oxygen 2
Shpongle – around the world in a tea gaze
Jedi mind trick – design in malice (feat. young zee & pacewon)
Hang massive – once again
Die goldenen Zitronen – Scheinwerfer und Lautsprecher
Porcupine tree -  Trains
Allah-Las- Catamaran
The Doors – Woman is a devil
Steven Wilson – Perfect Life
Dead can dance – Song of the stars
This Mortal coil- Kangaroo
Siouxsie and the Banshees - Turn to Stone
The Cure - Plainsong
Nick cave – to be by your side
Alien Sex Fiend – Now, I’m Feeling Zombified
Four Tet – Plastic people
Ministry – Burning Inside
Tool – Third Eye
Tenri & Ajja- Rift in time
David Byrne – this must be the place
The Smashing Pumpkins – There it goes
PJ Harvay – rid of me
So alive – Love and Rockets
She past away – belirdi gece
Joy Division - Shadowplay
Peter, Paul and Mary – early morning rain
Peter, Paul and Mary- Hangman
Duran Duran – The Chauffeur
Chris Corner – Les Chevaliers du ciel
Devendra Banhard – Now that I now
Faun – Zeitgeist
Buena vista social club- Pueblo nuevo
Jefferson Airplane - Triad
Bob Marley – Ambush in the night
Bob Marley – Three little birds
Alcest – Autre Temps
Nick Cave and the bad seeds – from her to eternity
Midorika Takada – Through  The Looking Glass
She past away – kasvetli kutlama
The Doors – L.A. Woman
The Creatures – exterminating angel
Bauhaus- all we ever wanted was everything
David bowie – Waiting for the man
Sneaker Pimps – Curl
David Bowie –Changes
Dvid Bowie – Aladdin Sane
David Bowie- Rock’n’Roll Suicide
Alwoods – Suntrap
Placebo – You don’t care about us
Extrawelt – Soopertrack
Sneaker Pimps- Wife by two thousand
David Sylvian -  When poets dreamed of angels
Alwoods – flying owl
Alwoods – open mind
Hang Massive - Skanegatan
The Cure - Primary
Björk - Wanderlust


Donnerstag, 9. Juni 2016

Gedanken an's stille Örtchen. Und du so?



Das wichtigste was Mensch jeden Tag braucht. Ein Rückzugsort. Entspannung. Erleichterung. Manch einer entflieht seinem Alltag und begiebt sich in einen regelrechten Zeitungskiosk mit Sitzgelegenheit. Der andere wechselt dessen Raumklima mit duftenden, Atmosphäre verändernden Stoffen. Da gibt es ja die verschiedensten Möglichkeiten. Fernster auf. Raumspray. Nase zu. Ganz schnell raus aus dem Vergnügungszentrum. So selbstverständlich und regelmäßig wir diesen Ort aufsuchen, desto verheißungsvoller und interessanter wird er. Wir sitzen scheinbar gemütlich, andere rackern sich hockend ab. Dass dies in Wahrheit gesünder ist mag man kaum bezweifeln. Nun, manche müssen sich eben erst, wie ein Kaninchen, ein Loch in die Erde buddeln. Andere wiederum knien sich mit  ihrem Allerwertestens sogar in den Sand tropischer Küstengebiete, in der Hoffnung bei nächster Gelegenheit würde der Wellengang den Kehricht davon spülen. Manch ein torkelnder Diskothekenbesucher findet indes seine künstlerische Ader auf den weißen Flächen des Lokusdeckels.

Für das ein oder andere Hochglanzgeschäft-Restaurant-Cafe-Hotel werden ausgeklügelte Mechanismen für das Stille Örtchen entwickelt um den Besuch dessen so angenehm wie möglich zu gestalten und um jeglichen unangenehmen Gerüchen und Klängen zu entrinnen, um mögliche Schamgefühle elegant zu vermeiden. Nej, was soll denn auch der Toilettengast in der Kabine nebenan denken? Nicht auszumalen. Ja, und die einen haben ihr ganz eigenes Luxuriöses, während es sich die anderen Tag für Tag mit vierunddreißig Gleichgesannten zu teilen gewohnt sind. Klar, es ist nebensächlich und doch oft einstweilen von erhabener Dringlichkeit und somit Wichtigkeit. Reden tun wir nicht darüber. Wir fragen zwar „Hast du heute schon gegessen?“, aber wir fragen doch nicht „Warst du heute schon auf der Toilette“? Sich zu schämen ist man stets bereit wenn es sich um’s (ja sagen wir doch einfach) „kacken“ handelt. Geringstenfalls die meisten würden Konversationen über den Thron, die Spiegelbude, das Häusl, dezent umgehen. Es sei denn man befindet sich gerade in einer wummernden Schwitzbox zwischen zwei Heavymetalbühnen. Wer redet da nicht über seine Entladungen? :D
Nun, auf Reisen jedoch, unterwegs, ist der Toilettengang nicht weniger ein spektakülares und nie langweilig werdendes Unterfangen, da das stille Örtchen stets auf’s neue entdeckt oder, im wahrsten Sinne des Wortes, gesucht werden muss. Und, je öfter man von A nach B zieht, desto öfter obliegt man der amüsanten und besonnenen Aufgabe mit Busklos, einer Kuhle im Wald, dem Komposthaufen einer Gartenanlage, dem Hinterhof von Jugendherbergen (Wenn das Personal nicht gewillt ist einen herein zu lassen), abgeranzten Bahnhofstoiletten, einer sorgfältig ausgesuchten Waldschneise, Vorlieb zu nehmen. Als kleine Übung für bevorstehende Expeditionen ein Privileg diese Erfahrungen machen zu dürfen, oder?  Zudem, je südlicher die Hemisphären werden, desto öfter muss man sich eh an die Hockposition während des Verrichtens gewöhnen, welche, wie oben schon angedeutet, einige eigentlich herausragende Vorteile mit sich bringen. Welche das sind mag in einem seperaten Text beschrieben werden. Toiletten bergen etwas sehr Spannendes. Man wird nicht nur Zeuge von dem Hygienezustand fremder Klosetts, der Eigenarten und Gewohnheiten anderer Kulturen. Man wird sich auch seiner eigenen Ansprüche, Konventionen und Empfindlichkeiten gegenüber dem was wir alle jeden Tag tun müssen, nämlich "mal müssen", gewahr. Ja man erlangt das Bewusstsein welch Klugheit und Sympathie diesem Mittelpunkt in unserem Leben abzugewinnen ist. Wie denkst du darüber lieber Leser? Wie wichtig ist dir ein sauberes Klo? Kannst du unterwegs leicht mal wegtreten? Welche Erfahrungen machst du auf Reisen und zu Hause? Was könnte man unternehmen damit noch mehr Menschen auf der Welt eine saubere und hygienische Toilette benutzen können?
            



Mittwoch, 8. Juni 2016

Warum denn bitte unbedingt in die weite Welt ziehen ?



Das Unbekannte, das Unvorhersehbare, der Drang des Entdeckens, des Lernens während man zum ersten mal an einem fremden, unbekannten Ort ankommt und beginnt alles aufzusaugen ist eine ergreifende und wundersame Angelegenheit. Zudem Gerüche, Sprachfetzen, Geräusche, das Gefühl *in einem anderen Film zu sein*, sonderbare fremde, neugierige und freundliche Blicke. Exotische Mimiken und Gestiken, die leicht zu Verwirrungen führen können. So zum Beispiel wird in Indien mit dem Kopf hin und her gewackelt. Ständig und immer. Wenn du in Indien jemanden etwas fragst oder um etwas bittest wirst du immer mit Kopfwackeln konfrontiert. „Ja, ich höre dir zu!“, oder „ja“, „nein“, „bitte“, „danke“, einfach alles kann dieses außergewöhnliche Wippen des Hauptes bedeuten. Der Inder möchte höflich sein. Er möchte dir zu verstehen geben, dass er dir Aufmerksamkeit schenkt. Ist das nicht schön? Obgleich es für den Besucher aus dem Westen anfänglich leicht verwirrend sein mag, gewöhnt er sich rasch an die andersartige Gewohnheit und beginnt, zur eigenen Überraschung und Belustigung, irgendwann selbst mit dem Kopfgewippe. Allein für dieses Phänomen beispielsweise lohnt es sich schon um den halben Globus zu reisen, finde ich. Der Reisende staunt nicht schlecht und freut sich obendrein willkommen zu sein, zu lernen und zu erkennen wie es in anderen Kulturen zu geht.
In Bewegung sein, nicht zu wissen was morgen oder nächste Woche passieren könnte, wo das Zelt aufgeschlagen wird, wo und was man zu beißen findet, gar zu fließen wie ein wilder Fluß erzeugt in mir ein kribbeliges Gefühl ähnlich des verliebt Seins. Es entfacht eine wohlige Zufriedenheit, ein Vertrauen auf die Dinge. Wärme, Obdach, Nahrung, Schlaf. Gerade wenn diese Grundbedürfnisse nicht durchgehend sofort befriedigt werden können, nicht alles zeitgleich zur Stelle steht, tja dann lernt man eben damit umgehen und erst recht über sich selbst hinaus zu wachsen, oder? Ich behaupte es ist eine der lebendigsten Weisen seine kostbare Zeit auf Mama Erde zu verbringen. Unsicherheiten zu umarmen und von Spontanität wach gehalten zu werden, wach im Sinne von aufmerksam, achtsam und bewusst sein. All diese Feinheiten des Daseins sind schlichtweg eine essenzielle Schule, eine Lebensschule.
Aber auch die Einsamkeit, die einen Fernreisenden immer wieder plagt, gehört zum Alltag. Sie kann der absolute und nagenste Horror sein, doch auf der anderen Seite jegliche Türen der Glückseeligkeit öffnen. So kitschig es klingen mag, das Gefühl in einsamen Stunden mit der Welt zu verschmelzen darf man im Grunde mit offenen Armen als Geschenk entgegen nehmen. Stell dir nur mal vor, nur du, mutterseelenallein. Die nackten Füße vergraben im warmen, weichen Sand einer tropischen Insel auf dem hinterletzten Fleck der Weltkugel, die Vögel singen nur für dich allein und die Sonne malt dir ein dunkeloranges Abendgedicht in den Himmel und niemand quatscht dich von oben bis unten zu und kommentiert die aktuellesten Geschehennisse der Menschheit, die Geschichte der Schöpfung. Nur du allein und eine ungeheuer maßlose Sternenkuppel fröhnt unschudig und rein euer Dasein. Haach.. ! ;)
Und keine Angst: In den einsamsten und einsiedlerischsten Momenten taucht irgendwie, irgendwo, irgendwann doch noch das ein oder andere Menschlein aus dem Nichts auf, bereit dich wohlwollend ein Stück auf deinem Weg zu begleiten.
So traf ich auf dem Weg von Thailand nach Laos eine Gefährtin aus den Niederlanden, in einer Zeit wo ich geneigt war Selbstgespräche zu führen (Was keines Wegs soo schlimm gewesen wäre!). ;)  Mit ihr verbrachte ich eine ganze Woche in Luang Prabang. Wir erzählten uns mehr Dinge als wir je mit unseren engsten Freunden zu Hause besprachen. So schien es mir zumindest. Eines Abends bei einem Ananas-Bananen-Keks-shake (Ja, die gab es dort in Unmengen) erzählte sie mir mit wehmütigen aber glitzernden Augen von ihrer großen Liebe tausende Kilometer weit weg.
Sie liebte eine Frau, die nicht ganz für sie bereit war wegen diverser Komplikationen zwischen ihnen und anderen Involvierten. Ihr Vertrauen mir gegenüber schmeichelte mir sehr und so begann ich ebenso zu erzählen.
Der nicht oder kaum existierende Alltag auf Reisen, die Ungezwungenheit, der Treibsand unter den Schuhsohlen, das Freiheitsgefühl, all das macht Menschen offener und lässt sie so sein wie sie in Wahrheit sind und sein wollen. Die Intensität von zwischenmenschlicher Kommunikation und Begegnungen aller Art sind wohl mit der Hauptgrund warum es einen immer wieder in die Ferne zieht. Man entdeckt immer wieder auf’s Neue, dass die Welt da draußen eine andere Sprache spricht als in den wohlbehüteten eigenen vier Wänden, der Stempelzettelgesellschaft zwischen Lebenslauf und Ordnungswidrigkeiten. Ja eine andere Sprache und damit ist nicht Englisch, Deutsch, Hindi, Spanisch oder sonstewas gemeint, nein. Ich meine die Sprache des *sich verstanden fühlens*. So wie meine Reisegefährtin und ich uns fühlten, als wir uns trafen und uns gegenseitig den Zeitgeist in dem wir leben, garantierten. Ja, eine andere Sprache: Hat man Sie erst einmal, wenn auch nur ansatzweise, aufgeschnappt, gibt es kein Entkommen, ist das Blut geleckt, die Segel gesetzt und die Hufen scharren was das Zeug hält um sich wieder mit der Welt zu verbinden.