Auf der ewigen Suche nach dem Sinn des Lebens, kehre ich ihm stückchenweise
den Rücken. Ich will Ihn nicht finden.
Jede europäische Schweißperle auf meiner Oberlippe sehnt sich nach den
restlichen tropischen Glitzerkugeln.
Im ewigen Wollknäuel von Selbstanalysen mache
ich mich langsam los aus dieser auferlegten Strapaze.
Einst geschnuppert an dem Rinnsal der Welt, einst neben ihm geschlafen als
sicheres Kind, bin ich dir nun vollkommen erlegen, wohlwollende Reiselust,
unergründliche Welt.
Sicheres Kind, sicherlich in Unsicherheit gewogen. Nackt liegend zwischen
den Stürmen der Gezeiten, die Brust in den Himmel gestreckt, schlafe ich in
deinem Schoße.
Welt, du bist mein zu Hause.
Wie soll ich still stehen?
Du rufst mich jeden Tag zu dir in deinen Wald der Magie und Einsamkeit.
Ich eile in deine Arme, denn du bist mein Freund.
Du vertraust mir und ich vertraue dir auch.
Ein. Aus. Ein. Aus.
Dein Atem strömt.
Welt, die Lichter flackern über deine Oberfläche als würden sie dich
liebkosen, dich beruhigen. Das Abendlied wird zum Morgenlied und das Licht tanzt
scheu, blinzelt neu, huscht in dein Gesicht.
Wir Menschen laufen auf deinem Gesicht, singen in dein Ohr. Morgens und
abends und immer.
Ein und aus atmest du Welt. Ein und aus.
Du hast mich frieren lassen, weinen, lieben. Du hast mich oft zu lange wach
gehalten, mir den Schlaf verwehrt, in der Hoffnung ich würde meine Wanderung fortsetzen. Dies
tat ich bald in vollkommener Dankbarkeit,
und ich sang folglich. Sang, und schlief nicht. Ich sang so laut, dass du zu
Zucken begannst. Und du stiegst mit ein in den Zug der Verzückung. Du hast mich
deinen Puls spüren lassen, und tust es noch. Du lehrtest mich mich deiner
Langsamkeit anzupassen und ich wurde dein. Du lehrtest mich aus deinen Bananen
Kuchen zu machen. Wir teilten ihn mit den Kindern im Dorf. Du lehrtest mich
über den Tellerrand hinaus zu blicken, an die Schwelle zu treten und alles von
oben zu betrachten. Du zeigtest mir Sehen in der Dunkelheit. Du hieltest mich nicht
davon ab barfuß über heißen Asphalt zu wandeln. Balanzieren ließest du mich auf
dem Dach der Fremde. Du schmerztest mich. Du hast mich mit Leere überschüttet,
Welt. Ich liebte und hasste dich dafür gleichzeitg. Du hast mir Probleme
gemacht mit der Verdauung. Aber ich bin dir nicht böse, denn du bist mein
Freund.
Menschen hast du die Erlaubnis erteilt Narben in dein Aug zu ritzen, Welt, Löcher in
deinen Hals. Aber du atmest. Ein und aus. Ein und aus.
Mit Schwertern ließest du dich massakrieren, doch du ruhtest in dir und
absorbierstest den Groll.
Alles Gift tropft nun von der Bildfläche und löst sich auch hinter der
Bühne auf.
Die Tritte deiner Bewohner werden zu Ganzkörpermassagen. Blütenduft dringt
in dich ein, Welt.
Ich reise auf dir und du reist durch mich. Fließen sollen wir, ineinander -
wie Öl der verdauungsfördernden Kokosnuss.
Also nimm meine Hand, Welt ! Als Freunde
sind wir eins und das Feuerholz für die Reise ist zu brennen bereit.
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