Gedanke, ich gebe mich dir hin. ;)
Angestubst von Mamas Fingerkuppen rollen wir in die Welt, oder stolpern? Wir lernen was gut ist und was böse ist, was normal ist und was nicht normal ist. Alles, das was Steuern zahlt, ist normal. Wir lernen über das Fremde und wir lernen über das Vertraute, über Freundschaft, Sterben, Raumfahrt, Verdauung, die Ziehzeit von Beuteltee, Sojamilch, die im Kaffee Flocken macht...
Angestubst von Mamas Fingerkuppen rollen wir in die Welt, oder stolpern? Wir lernen was gut ist und was böse ist, was normal ist und was nicht normal ist. Alles, das was Steuern zahlt, ist normal. Wir lernen über das Fremde und wir lernen über das Vertraute, über Freundschaft, Sterben, Raumfahrt, Verdauung, die Ziehzeit von Beuteltee, Sojamilch, die im Kaffee Flocken macht...
Das Vertraute ist gut. Das Fremde ist schön. Aber auch böse. Das Fremde ist böse. Das Böse. Und das Böse macht den meisten Menschen Angst. Also macht das Fremde vielen Menschen Angst.
Wie unser Nachbar basteln wir uns ein warmes und weiches Nest
– im Laufe unseres Lebens – ein eigenes.
Wir bezahlen die GEZ um uns möglichst vor Konsequenzen und Ärger zu schützen.
Unsere Bäuche werden dicker und unsere Haut dünner (Es sei
denn wir gehen nackig in die Sonne und lassen durch Bewegung Blut und
Sauerstoff in jede Pore). Dünnhäutiger. Warum? Weil wir unsere Angst verdrängen,
sie umlenken in Anhäufungen von Zeug. Wir kaufen, konsumieren. Klamotten,
Liebe, Autos, All-Inklusiv Reisen, Menschen, Frauen, Männer, Kinder, Tiere. Wir
kaufen uns Menschen. Menschen. Zehn Prozent des thailändischen
Bruttoinlandproduktes stammen aus dem Geschäft mit der Prositution.
Angst. Die hab ich auch. Jeden Tag. Na und? (**German Angst?**
.. .hhmmm) Vielleicht eine Art Lebenserhaltungstrieb ohne bewusste
Beabsichtigung. Reisen, die Fremde. Alles redet in einer Sprache, die ich nicht
verstehe. Ich fühle mich fremd hin und wieder. Ich bin fremd. Ich suche. Ich verliere.
Verliere mich. Ob das krank ist weiß ich nicht. Ob das normal ist weiß ich auch
nicht. Mit Ende zwanzig sollte man sich ja mal langsam Gedanken machen über das
was man will, Pläne machen, über Kinder nachdenken, Versicherungen abschließen.
Über Kinder habe ich nachgedacht. Ja, über die in Kambodscha.
Die, die um Essen gebettelt haben.
Unsicherheit. Jau ! Na und? Manchmal. Na und !? Und du?
Zu Hause auch – machnmal. Ich habe gelernt, dass das Fremde, welche nicht unbedingt die Umrundung der halben Weltkugel sein muss und man findet sie eben
auch in den Verhaltensmustern, Handlungen, Reaktionen anderer Menschen, wichtig
ist. Das Fremdartige oder die Fremde brauchen wir. Ja genau. Wir brauchen das
Komplettprogramm der Andersartigkeit um uns selbst kennen zu lernen. Uns selbst
und andere. Wir müssen lernen von der Fremde, denn nicht alles was fremd ist,
ist böse oder unnormal. Es ist ein Teil von uns und es macht uns zu einem
Ganzen. Wie sollen wir die Welt verändern wenn alles gleich bleibt, wenn wir
uns ausschließlich mit unseren Gewohnheiten umgeben? Das soll natürlich nicht
heißen, dass wir die Welt allein ändern sollen. Nein. Wir sind doch Rudeltiere,
wir Menschen oder? Wenn wir nicht immer unterhalb des Tellerrandes blicken würden und
uns Neugierde und Begeisterung wieder zu Eigen machten, aufhörten stumpf zu
konsumieren, aufhörten gelangweilt auf unseren Phones runterzuscrollen um ein Defizit auszugleichen - ein Defizit
namens Einsamkeit, namens Unverbundenheit, names Langeweile - ja dann könnten wir
uns tatsächlich verbinden. Da reicht manchmal nur ein Lächeln, ein Wort, eine
nette Geste und schon merkt man “Hey, ja, der andere ist ja wie ich. Ein
Mensch“. Er lacht, er weint und spricht darüber. Er ist verletzlich. Er ist ein Subjekt wie ich und kein Objekt. Er hat eine Würde.“
Man denke nur mal an die Nabelschnur zwischen Mama und Kind.
Von Natur aus, von Beginn an, waren wir verbunden. Wieder könnten wir verbunden
und authentisch gleichzeitig sein - und leben. Nach eigenen, würdevollen Werten. Guten Abend. Namaste.





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